leistungsbilanz-ts/docs/deployment.md

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# Deployment und Betrieb
## Aktueller Status
Es gibt zwei Compose-Stacks.
`compose.yaml` startet den gebauten Stand: `node dist/server/index.js` und
`next start`, ohne Quellcode-Mounts und ohne Datei-Watcher. Das ist der Stack
für einen Server. Beide Dienste laufen aus der `prod`-Stufe des Dockerfiles,
also als Benutzer `node` statt als root, ohne devDependencies, mit
`cap_drop: ALL`, `no-new-privileges` und harten Speichergrenzen.
`compose.dev.yaml` startet `tsx watch` und `next dev` und bindet Quellcode vom
Host ein. Die Watcher laufen im Polling-Modus, weil Bind-Mounts unter Windows
und macOS keine inotify-Events durchreichen; das kostet dauerhaft CPU, auch
ohne Benutzeraktivität. Dieser Stack gehört deshalb nur auf einen
Entwicklungsrechner.
Beide Stacks enthalten weder TLS, Authentifizierung, einen vorgeschalteten
Reverse Proxy noch ein zentral betriebenes Datenbanksystem. Die oben genannten
Container-Schutzmaßnahmen ersetzen diese Funktionen nicht. Der Stack darf
deshalb nicht öffentlich erreichbar gemacht werden.
## Topologie
| Komponente | Port | Auf dem Host | Healthcheck | Persistenz |
| --- | ---: | --- | --- | --- |
| Next.js Web | 3001 | `3001` (Server) / `127.0.0.1:3001` (Dev) | `GET /web-health` | keine |
| Express API | 3000 | nicht veröffentlicht (Server) / `127.0.0.1:3000` (Dev) | `GET /health` | `./data:/app/data` |
| SQLite | Datei | – | Integritäts-/FK-Prüfung via Backup und Skript | `data/leistungsbilanz.db` |
Die Express-API wird im Server-Stack nicht mehr auf dem Host veröffentlicht
(`expose` statt `ports`). Sie hat keine Authentifizierung; jeder, der sie
erreicht, kann jedes Projekt lesen und ändern. Erreichbar ist sie nur aus dem
Compose-Netz, praktisch also über den Next.js-Rewrite. Im Entwicklungs-Stack
hängen beide Ports am Loopback und sind nicht aus dem LAN erreichbar.
Beim HTTP-Zugriff auf den Server-Stack aus dem LAN erzeugt der Editor neue
UUIDs über `createClientId`, mit `crypto.getRandomValues()` als Ersatz für das
dort nicht verfügbare `crypto.randomUUID()`. HTTPS ist für diese
ID-Erzeugung nicht erforderlich.
### Speichergrenzen
Jeder Dienst hat ein `mem_limit`. Im Server-Stack ist zusätzlich
`memswap_limit` auf denselben Wert gesetzt, womit Swap für den Container
abgeschaltet ist: ein Speicherleck lässt dann den Container am OOM-Killer
sterben und `restart: unless-stopped` greift, statt dass der Host in den Swap
läuft. Aktuell 512 MB für die API und 1 GB für das Frontend. Der
Entwicklungs-Stack bekommt 1 GB bzw. 2 GB und behält Swap, weil `next dev`
Kompilierzustand hält und im Dauerbetrieb stetig wächst.
### Rechte im Container
Das Laufzeit-Image läuft als `node` (UID 1000). Ein `data/`-Verzeichnis, das
ein früherer root-Container angelegt hat, ist dann nicht beschreibbar und
braucht einmalig auf dem Host:
```bash
sudo chown -R 1000:1000 data
```
Verwendete Umgebungsvariablen:
- `PORT` – API-Port, Standard `3000`
- `API_INTERNAL_URL` – internes API-Ziel des Next.js-Rewrites, im Compose-Netz
`http://api:3000`
- `NEXT_TELEMETRY_DISABLED=1`
- `CHOKIDAR_USEPOLLING=true` und `WATCHPACK_POLLING=true` – nur in
`compose.dev.yaml`, für Dateibeobachtung über Bind-Mounts hinweg
- `LOG_LEVEL` – steuert für beide Dienste die Ausgabestufe des strukturierten
JSON-Loggers (`error`, `warn`, `info`, `verbose`, `debug`), Standard `info`.
Setzbar über eine `.env`-Datei neben `compose.yaml` oder
`LOG_LEVEL=verbose docker compose up`.
Beim API-Start laufen zuerst die Migrationen und die Schemaprüfung
(`scripts/run-migrations.js` und `scripts/db-verify-circuit-schema.js`, im
Entwicklungsstack über `npm run db:migrate` und
`npm run db:verify:circuit-schema`).
`API_INTERNAL_URL` wirkt für `next start` zur **Build-Zeit**: `next build`
schreibt die Rewrite-Ziele aus `next.config.mjs` fest in
`.next/routes-manifest.json`. `compose.yaml` reicht den Wert deshalb als
Build-Argument an das Image durch, nicht nur als Laufzeit-Variable.
## Logging
Beide Dienste schreiben strukturierte, einzeilige JSON-Log-Zeilen nach
stdout/stderr (`docker compose logs --follow`). Jede Zeile enthält
`timestamp`, `level`, `scope` und `message`. `compose.yaml` konfiguriert für
beide Dienste den `json-file`-Treiber mit Rotation (`max-size: 20m`,
`max-file: 10`, also bis zu 200 MB je Dienst); ohne diese Einstellung würde
Docker mit der Standardkonfiguration unbegrenzt in eine einzelne Datei unter
`/var/lib/docker/containers/<container-id>/` schreiben. Die Logs überleben
einen Container-Neustart (`docker compose restart`), aber nicht das Entfernen
des Containers (`docker compose down` gefolgt von `up` erzeugt neue
Container und damit neue, leere Logdateien); für ein echtes Langzeitarchiv
über Rebuilds hinweg müssten die Zeilen zusätzlich in eine Datei im
gemounteten `./data`-Verzeichnis oder an ein externes Log-System geschrieben
werden. Die Express-API protokolliert
jede abgeschlossene Anfrage (Methode, Pfad, Status, Dauer; `/health` wird
nicht mitgeloggt) sowie unbehandelte Exceptions/Promise-Rejections. Das
Next.js-Frontend protokolliert Seitenanfragen (Navigation) über
`src/proxy.ts` und unbehandelte Fehler über `src/instrumentation.ts`.
Beide Prozesse schreiben zusätzlich alle fünf Minuten einen `verbose`-Heartbeat
mit Laufzeit und Speicherverbrauch – nützlich, um Speicherlecks oder Hänger vor
einem 502 über einen längeren Zeitraum nachzuvollziehen. Für die Detailsuche
`LOG_LEVEL=debug` setzen; das protokolliert zusätzlich den Start jeder
API-Anfrage und macht damit hängende (nie abgeschlossene) Requests sichtbar.
Ein `close`-Ereignis ohne vorheriges `finish` wird als `request aborted before
response finished` (`warn`) geloggt und zeigt damit vom Client oder einem
vorgeschalteten Proxy abgebrochene Verbindungen.
Eine unbehandelte Exception oder Promise-Rejection wird geloggt und beendet
den jeweiligen Prozess anschließend bewusst (`process.exit(1)`), statt in
einem unbekannten Zustand weiterzulaufen. Beide Dienste laufen deshalb mit
`restart: unless-stopped`, damit Docker sie danach automatisch neu startet;
ohne diese Policy würde ein Crash den Dienst dauerhaft unerreichbar lassen.
## Herunterfahren
`SIGTERM` und `SIGINT` schließen in der API den HTTP-Server und anschließend
das SQLite-Handle und beenden den Prozess. Offene Keep-Alive-Verbindungen –
vor allem die des Next.js-Servers – werden dabei über
`server.closeIdleConnections()` freigegeben, laufende Requests dürfen zu Ende
laufen. Vorher wurde das Signal nur geloggt, der Prozess lief weiter und
Docker beendete ihn nach zehn Sekunden mit `SIGKILL`, mitten in einem
möglichen Schreibvorgang. Greift der Abbau nicht innerhalb von 15 Sekunden,
beendet sich der Prozess selbst mit Exit-Code 1; `stop_grace_period: 20s` in
beiden Compose-Dateien liegt bewusst darüber.
Die Startbefehle in `compose.yaml` enden mit `exec node …`. Ohne das `exec`
bleibt `sh` der Vordergrundprozess, und `SIGTERM` erreicht Node nie.
## Voraussetzungen für ein späteres Produktionssetup
Vor einer produktiven Installation werden mindestens benötigt:
- TLS-Termination und Reverse Proxy
- Authentifizierung, Autorisierung und Benutzer-/Rollenmodell
- definierte Secrets- und Konfigurationsverwaltung
- persistenter, gesicherter Datenbankbetrieb
- kontrollierter einmaliger Migrationsschritt vor dem API-Rollout
- Monitoring, strukturierte Logs und Alarmierung
- getestete Backup-, Restore- und Rollback-Prozeduren
- Entscheidung, ob SQLite für einen einzelnen Prozess genügt oder PostgreSQL für
Mehrbenutzerbetrieb erforderlich ist
Der in der README beschriebene Server-Stack ermöglicht bereits den Betrieb des
gebauten Stands in einer geschützten Umgebung. Ein vollständig unterstütztes
Produktionssetup bleibt bis zur Umsetzung und Prüfung dieser Punkte offen.
## Backup und Wiederherstellung
`npm run db:backup` erzeugt unter `data/backups/` ein konsistentes SQLite-Backup,
öffnet es unabhängig und prüft Integrität sowie Fremdschlüssel. Diese
Dateisicherungen sind von den bereits vorhandenen benannten und automatischen
logischen Projektsicherungen getrennt. Projektsicherungen werden über die
Projektseite wiederhergestellt und unterstützen persistentes Undo/Redo.
Eine produktive Restore-Anweisung wird erst zusammen mit einem unterstützten
Produktionsbetrieb veröffentlicht. Lokale Wiederherstellung darf nur bei
gestoppter API, gegen eine separate Datei und nach erneuter Integritätsprüfung
erfolgen.