VersaMCU/bootloader/README.md
Julian Appel f60a29137c Fix bootloader hardware bring-up and add key-based boot entry
Hardware-tested the UF2 bootloader end to end on a real VersaPad v2
board. Found and fixed a real bug: the bootloader's jump into the app
(__set_MSP -> SCB->VTOR -> bx) hard-faulted on every standalone boot,
even with the debugger fully disconnected; identical register/VTOR
values injected directly by a halted debugger ran fine, which pointed
at the missing __DSB()/__ISB() barriers ARM's own guidance requires
for this exact pattern. Also fixed a USB PID collision (0x0011 is
Adafruit's own Gemma M0 bootloader PID, misidentified by Windows as a
Circuit Playground COM port instead of exposing VERSABOOT).

This board has no dedicated reset/boot button, so add a hardware boot
entry that doesn't need one: holding the bottom-right Cherry MX key
(key_id 24) during reset/power-on drives its matrix row and reads its
column directly in the bootloader, before the app is even validated.

Also corrected the app-side flash_with_bootloader.ld (was missing the
NVM carve-out flash_without_bootloader.ld already has) and
boards/versapad.json (wrong flash/RAM size, wrong MCU macro, stale
PID), and enabled the previously-commented-out env:versapad_usb.

Documented findings in bootloader/README.md, bootloader/TESTING.md,
and doc/09_known_limitations.md.

Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-05 21:28:15 +02:00

6 KiB
Raw Blame History

VersaMCU UF2-Bootloader

USB-Bootloader für das VersaPad-v2-Makropad. Wird per Atmel-ICE/SWD einmalig auf den ATSAMD21G17D geflasht und belegt 0x0000..0x1FFF (8 KiB). Danach lässt sich die App-Firmware ohne SWD über USB aktualisieren: Bootloader-Modus aktivieren, Board erscheint als USB-Laufwerk VERSABOOT, .uf2-Datei drauf kopieren.

Der Bootloader selbst (Flash, USB-Enumeration, Massenspeicher-Modus, Rücksprung in die App) ist auf echter Hardware verifiziert, siehe Hardwaretest. Der App-seitige .uf2-Schreibweg (Firmware tatsächlich über das Laufwerk aktualisieren) ist noch nicht gebaut, siehe Bekannte Einschränkungen.

Diese Platine hat keinen dedizierten Reset-/Boot-Taster. Bootloader-Modus aktivieren heißt hier: unterste rechte Cherry-MX-Taste (key_id 24) beim Einstecken/Reset gedrückt halten. Siehe Hardware-Bootloader-Einstieg.

Herkunft

Abgeleitet und stark eingekürzt aus microsoft/uf2-samdx1 (MIT-Lizenz, siehe LICENSE-uf2-samdx1). Übernommen wurden nur die SAMD21-Bootloader-Sourcen (src/, inc/), die zugehörigen CMSIS-/ASF-Header für genau den SAMD21G17A-Chip (lib/) sowie das Linkerskript, angepasst auf den 128-KiB-Flash/16-KiB-RAM-Chip auf diesem Board (Original-Vorlagen zielen auf 256-KiB-Chips wie den SAMD21G18A). Board-Vorlage war boards/gemma_m0 aus dem Original-Repo (crystalless, gleiche USB_VID wie unser Board).

Nicht übernommen: SAMD51/SAME54-Support, der Bootloader-Selbstupdate-Pfad (selfmain.c, sketch.cpp, das python2-Tooling uf2conv.py/gendata.py) und das Node-/Makefile-basierte Build-System — stattdessen ein eigenständiges PlatformIO-Environment, damit dasselbe Tooling wie für die App-Firmware ausreicht.

Build

cd bootloader
pio run -e versapad_bootloader

Flash (Atmel-ICE/SWD, einmalig, überschreibt ggf. vorhandene App-Firmware nicht,

da nur 0x0000..0x1FFF beschrieben wird)

pio run -e versapad_bootloader --target upload

Hardware-Bootloader-Einstieg ohne Reset-Taster

Die Platine hat keinen dedizierten Reset-/Boot-Taster (Custom-PCB-Design). Der klassische UF2-"Doppel-Tap-Reset" braucht aber gar keinen physischen Pin — check_start_application() in src/main.c prüft ein RAM-Flag (DBL_TAP_PTR/DBL_TAP_MAGIC), das bei jedem Reset gesetzt wird, unabhängig von der Reset-Quelle.

Statt eines eigenen Tasters wird die unterste rechte Cherry-MX-Taste (key_id 24 in der App-Firmware, siehe ../src/config/pins.h) missbraucht:

  • key_id 24 liegt auf COL4 (PA08) × ROW4 (PA15)
  • boot_key_pressed() in src/main.c treibt ROW4 kurz auf LOW und liest COL4 zurück — kein voller Matrixscan nötig, nur ein Drei-Pin-Check
  • der Check läuft ganz am Anfang von check_start_application(), noch vor der App-Adress-Validierung und vor der RCAUSE-/DBL-TAP-Logik: funktioniert also auch bei kaputter/gelöschter App-Firmware und bei normalem Power-On (Stecker ziehen/reinstecken), kein Software-Trigger in der App nötig
  • Pin-Konstanten stehen in include/board_config.h (BOOT_KEY_ROW_PIN/BOOT_KEY_COL_PIN)

Bedienung: USB-Kabel ziehen, unterste rechte Taste gedrückt halten, Kabel wieder einstecken (Taste dabei weiter halten) → Board bootet direkt in VERSABOOT. Ohne gehaltene Taste startet die App normal.

Hardwaretest (2026-08-05)

Erster vollständiger Hardwaretest auf einem echten VersaPad-v2-Board über Atmel-ICE/SWD. Ergebnisse:

  • Bootloader-Build/-Flash/-Verify laufen sauber (89,9 % Flash, 7364/8192 Byte).
  • USB-Enumeration und VERSABOOT-Massenspeicher-Modus funktionieren nach dem PID-Fix (siehe unten) korrekt, inklusive korrektem INFO_UF2.TXT.
  • Der Tastencheck (oben) funktioniert wie vorgesehen: gehaltene Taste beim Boot → VERSABOOT, sonst normaler App-Start.
  • Kritischer Bug gefunden und behoben: Der Sprung vom Bootloader in die App (__set_MSPSCB->VTORbx) führte bei jedem echten, eigenständigen Boot (auch bei komplett getrenntem Debugger) zu einem Hard-Fault/Lockup der CPU. Identische Register-/VTOR-Werte, vom Debugger bei angehaltener CPU direkt injiziert, liefen dagegen einwandfrei — das grenzte den Fehler auf die Ausführung der Sprungsequenz selbst ein, nicht auf falsche Werte. Fix: __DSB(); __ISB(); zwischen dem SCB->VTOR-Schreib- zugriff und dem bx in check_start_application() (src/main.c) — von ARM für genau dieses Bootloader-Pattern vorgeschrieben, hat im vendorten Code gefehlt. Nach dem Fix bootet die App-Firmware zuverlässig, mit und ohne angeschlossenen Debugger.

Bekannte Einschränkungen

  • Flash-Auslastung ~90 % (7364 von 8192 Byte). Wenig Puffer für Änderungen.
  • Kein Status-LED-Feedback im Bootloader-Modus, da die Platine nur eine WS2812-Kette (kein einfaches GPIO-LED oder DotStar) hat und der Original-Code dafür nicht ausgelegt ist.
  • USB_PID war ursprünglich 0x0011 (Adafruit Gemma M0s eigene Bootloader-PID, unverändert aus der Vorlage übernommen) — kollidierte auf Rechnern mit installiertem Adafruit-Treiber, wurde als Adafruit Circuit Playground-COM-Port statt als Massenspeicher gebunden. Verifiziert am 2026-08-05, seither 0x0043. Bleibt ein Wert ohne echte Registrierung (kein offiziell zugeteilter PID unter Adafruits VID); ein sauber eigener VID (z. B. über pid.codes) wäre die langfristig korrekte Lösung, ist aber nicht Teil dieses Branches.
  • Die App-Firmware erzeugt noch keine .uf2-Datei, nur .bin/.elf (SWD-Weg). Der geplante Weg über das VERSABOOT-Laufwerk ist damit noch nicht nutzbar.
  • env:versapad_usb in der Haupt-platformio.ini verwendet upload_protocol = sam-ba — das klassische Arduino/Atmel-SAM-BA-Protokoll, nicht das UF2/Massenspeicher-Verfahren dieses Bootloaders. Für echtes USB-Flashen wird stattdessen ein .bin.uf2-Konvertierungsschritt plus einfaches Kopieren aufs Laufwerk benötigt, kein spezielles Upload-Protokoll.